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Was dir vor einem Portraitshooting helfen kann, wenn du Kameras eher meidest

von Denny Schulz • 24. April 2026
Was dir vor einem Portraitshooting helfen kann, wenn du Kameras eher meidest

Wenn du Kameras eher meidest, bist du nicht automatisch unfotogen. Oft braucht es nur Ruhe, klare Hinweise und einen Start, der keinen unnötigen Druck macht.

Viele Menschen sagen mir schon vor einem Portraitshooting, dass sie Kameras nicht mögen. Manche lachen dabei, manche meinen es sehr ernst. Oft kommt dann noch ein Satz hinterher wie: „Ich bin einfach nicht fotogen.“

Ich glaube diesen Satz selten.

Was meistens stimmt: Man fühlt sich vor der Kamera schnell beobachtet. Plötzlich denkt man über die Hände nach, über das Gesicht, über den Mund, über die Haltung. Dinge, die im Alltag einfach passieren, werden auf einmal bewusst. Genau das macht ein Portraitshooting am Anfang für viele so ungewohnt.

Du musst nicht wissen, was du tun sollst

Das ist vielleicht der wichtigste Punkt. Du musst nicht vorbereitet vor mir stehen und schon können, wie man sich gut fotografieren lässt. Das ist nicht deine Aufgabe.

Meine Aufgabe ist es, dich durch die Situation zu führen, ohne daraus eine große Sache zu machen. Ich sage dir, wo du stehen kannst, wohin du dich drehst, was du mit den Händen machen kannst und wann du einfach kurz nichts machen musst.

Gute Portraits entstehen selten dadurch, dass jemand perfekt posiert. Sie entstehen eher, wenn genug Sicherheit da ist, damit das Gesicht nicht mehr dauernd arbeitet.

Die ersten Minuten dürfen holprig sein

Ich erwarte nicht, dass die ersten Bilder direkt die stärksten sind. Manchmal braucht es ein paar Minuten, bis der Kopf merkt: Es passiert nichts Schlimmes. Niemand bewertet dich in jeder Sekunde. Wir probieren nur.

Deshalb starte ich lieber einfach. Kein komplizierter Ausdruck, keine große Pose, kein „sei mal locker“. Dieser Satz hilft sowieso fast nie. Ich beginne mit Licht, Haltung, kleinen Bewegungen. So kommt langsam Ruhe rein.

Wenn die ersten Bilder noch etwas angespannt wirken, ist das völlig normal. Das gehört oft dazu und sagt nichts darüber aus, wie die späteren Bilder werden.

Kleidung kann helfen, sollte aber nicht die Hauptrolle spielen

Zieh etwas an, in dem du dich wirklich bewegen kannst. Nicht nur etwas, das theoretisch gut aussieht. Wenn du ständig am Kragen ziehst, die Jacke richtest oder dich in der Hose nicht wohlfühlst, sieht man das schneller, als einem lieb ist.

Für Portraits funktionieren meistens Sachen gut, die nicht zu laut sind und zu dir passen. Lieber sauber, schlicht und echt als verkleidet. Bei Businessportraits kommt natürlich noch dazu, wofür die Bilder später genutzt werden. Website, Bewerbung, LinkedIn oder Pressebild brauchen nicht immer dieselbe Wirkung.

Falls du unsicher bist, können wir das vorher kurz besprechen. Oft reichen zwei oder drei Optionen.

Du musst nicht die ganze Zeit lächeln

Ein Portrait muss nicht dauernd freundlich grinsen, damit es sympathisch wirkt. Manche Menschen sehen mit einem ruhigen Ausdruck viel mehr nach sich selbst aus. Andere brauchen erst Bewegung, ein kurzes Gespräch oder eine kleine Ablenkung, bis ein Lächeln nicht mehr gemacht aussieht.

Ich achte darauf, was zu dir passt. Nicht jede Person braucht dieselbe Energie vor der Kamera. Genau deshalb mag ich Portraits. Es gibt keine einzige richtige Version.

Kleine Hinweise reichen oft

Meistens korrigiere ich keine großen Dinge. Ein bisschen Gewicht anders verteilen. Das Kinn minimal zurück. Die Schultern lösen. Einen Schritt aus dem harten Licht raus. Solche kleinen Änderungen machen im Bild viel aus, ohne dass du dich komplett anders fühlen musst.

Ich möchte nicht, dass du während des Shootings die ganze Zeit über dich nachdenkst. Je mehr du versuchst, alles richtig zu machen, desto schwieriger wird es oft. Besser ist ein klarer Rahmen, in dem du dich nicht dauernd kontrollieren musst.

Kamera meiden ist kein Problem

Du musst Fotografie nicht lieben, damit gute Portraits entstehen. Du musst auch nicht plötzlich extrovertiert werden. Es reicht, wenn du bereit bist, dich ein paar Minuten auf die Situation einzulassen.

Den Rest bauen wir Schritt für Schritt.

Am Ende geht es nicht darum, aus dir jemanden zu machen, der gern vor der Kamera steht. Es reicht völlig, wenn Bilder entstehen, auf denen du dich wiedererkennst und die sich nicht fremd anfühlen.